Warum braucht der L&D Sektor die wissenschaft?

Was der L&D Sektor von der Wissenschaft lernen kann: 

 

  • Wissenschaftlich handeln heißt EXPERIMENTE MACHEN: experimentiere, experimentiere, experimentiere - und gewinne Daten aus Deinen Experimenten (statt z.B. über Seminarkatalog-Monokulturen all die unterschiedlichen Hirne über einen Kamm zu scheren und Menschen nach dem Modell des preussischen Schulsystems (ab)zu "qualifizieren".
  • Wissenschaft beruht auf EVIDENZEN (die uns meist nicht in den Kram passen): Überprüfe die Passung Deiner Hypothesen (z.B. über die Förderung von Leistungsfähigkeit, Wertschöpfung, Agilität, Selbstorganisationsfähigkeit etc. ) iterativ anhand der Daten aus Deinen Experimenten und probiere PE-Sprints als Alternative zu den manchmal KPDSU-verdächtigen "Strategie-Plänen" vom grünen Tisch
  • Wissenschaft ist institutionalisierter Zweifel: zweifle alle Meinungen an - vor allem die der Mehrheit, der Meinungsführer und vor allem auch Deine eigenen. Denke daran, dass gute Berater Dich eher verunsichern als versichern werden - sonst wären sie Versicherungsvertreter!.
  • Wissenschaft beruht auf sado-masochistischen Qualitätssicherungspraktiken: verinnerliche den Peer Review Prozess, den jede wissenschaftliche Publikation durchläuft! Lade andere dazu ein, Deine eigenen Ideen, Projektpläne, Strategien zu zerpflücken, bis Du aus dem Trümmerhaufen Deiner Ursprungsidee etwas viel Besseres, Gangbareres gemacht hast. 
  • Wissenschaft schreitet voran - von Begräbnis zu Begräbnis (Max Planck): Sei Dir stets bewusst, dass die Paradigmen, die Dir heute Orientierung geben, morgen durch neue Daten und Umstände zu Staub zerfallen sein können. 
  • Wissenschaftliche Erntdeckungen beruhen oft auf der Beobachtung schwarzer Schwäne: nur wer "out of the box" wahrnehmen und denken kann, kann die Zufälle, die sich beim Experimentieren ergeben für sich verwerten (wie die verschimmelte Petrischale, die zur Entdeckung des Penicillins führte) und kann neue Ideen entwickeln (wie Einstein seine Relativitätstheorie, auf die er ohne seine Vertrautheit mit der Philosophie nicht gekommen wäre). Entwickle daher neben dem Wirklichkeitssinn den Möglichkeitssinn und verlasse regelmäßig Dein Bezugssystem, auch wenn es unbequem ist. 

 

Vielleicht stimmst Du mir zu, dass viel von den Metakompetenzen, die wir schon heute - und morgen wohl noch mehr - in Unternehmen brauchen, sich in dem (von mir gezeichneten) Bild der Wissenschaft wiederfinden. Auch wenn das der Fall ist, nützt die Einsicht alleine wenig - es sei denn sie ist der erste Schritt zu einer Entscheidung:

Wie wäre es, Wissenschaft einmal intensiv in Action zu erleben? So intensiv, dass sie vielleicht einige Aspekte Deines eigenen beruflichen Wirkens transformiert?